8.

Die Adjudantin und der Pensionär

Der pensionierte General saß in Herrenreitermontur

im ledernen Fond eines alten V8

und sah seiner fast nackten Adjudantin

in den stahlblonden Schoß hinein.

Sein schlohweißes Köpchen wackelte auf der

Hasenohrenkopfstütze im Parkinsontakt,

derweil seine Adjudantin sportiv sich dehnte,

sich auf ihn setzte und Halltung annahm.

Das Fahrzeug selbst steuerte als analoge Drohne

fahrerlos über den Stadtring hin,

wobei der Befehl war jede Bodenwelle zu nehmen,

dem Pensionär die Arbeit zu erleichtern.

Nach einigen Angriffswellen des Bodens wurde

der Pensionär unruhig und sein Zappeln wurde laut,

worauf die Adjudantin das Wackelköpchen umfasste und

dem Eingespannten ihren Segen gab.

Als aber der General sich endlich erlöste,

da sah die Adjudantin – am pendelnden Köpfchen vorbei –

nach hinten hinaus und damit zugleich

den Morden beim Entstandensein zu.

Weil der Blick nach vorne in das Zielgebiet der Drohne

sie unverzüglich hätte zu salzigem Wahnsinn werden lassen,

konnte die Adjudantin mit aufgerissenen Augen nur

auf die Schrecken der Vergangenheit hinter sich schauen.

Nun greift sie nach dem Schrecken wie nach dem Leben,

während unter ihr der Parkinsionär

lüstern und asthmatisch dampft

und – ob wackelnd oder sterbend – kein Ende will.

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Ein Gedanke zu „8.

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