27

Brennen

Schwerer als Luft
kroch das Gas zunächst zur offenen Flamme.
Die Verpuffung aus der Überdruckkartusche
(und ich verzichte auf den Reim Luft-verpufft)
stellte mich in das hellste Licht.

Ich rannte ohne den Schrei
zur Taufe!
wurde von den lieben Meinen übergossen und
bis zum Zittern wassergekühlt.

Dann erfuhr ich die Zeitdehnung der Opiate.
Steriles Besteck entfetzte mich.
Ich starrte in die OP-Leuchte – so hell wie die Flamme, in der ich gestanden hatte –
und sah dort: nichts.

Seither schleife ich Nekrosen, wickle mich.
Pulssynchrones Jucken unter den Verbänden gibt immer Hoffnung.
Doch jedes Mal nach dem Öffnen
nickt Amfortas mir zu und will etwas sagen.

Ich sitze auf dem Bett,
verbinde neu,
trinke rot aus dem Kelch
und warte auf Parzival.

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3 Gedanken zu „27

  1. Ich will es, nach einiger Zeit, dennoch nicht versäumen, meine Genesungswünsche auszusprechen – ganz und gar unlyrisch freilich und prosaisch. Zum Glück ist am Ende alles gut gegangen, und es bleiben hoffentlich keine Schäden nach.

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  2. Pingback: ENDE | summacumlaude

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