ENDE

Lebt wohl, liebe Leser!

1

 

So – das waren jetzt über zweieinhalb Jahre Bloggen. Allein, einsam, lonley wolf goes www und wartet auf Antworten. Die kamen und kamen nicht. Wer bloggt also die digitale Welt anspricht, der hat – wie in der analogen auch – kein Anrecht auf Antworten. Und freut sich kindisch über jeden Klick.
Mein Blog war immer als literarisches Regulativ zur Welt gedacht. Als ein Konglomerat sich stützender, teilweise aber auch widersprechender, literarischer Äußerungen, die keiner anderen Spur folgten als der, die der Schreibende Tag für Tag fand. Manchmal waren das blind endende Wege, manchmal ging es weiter. Manchmal bestätigte die Welt den Blogger ex post, manchmal nicht. Womit wir beim Thema sind: denn der Blogger schreibt immer im Präsens, in der Situation, in der Zeit. Und möchte folglich auch ex ante beurteilt werden. Das gilt für die tagesaktuell gebloggten Reaktion auf die Welt, auch aber für die literarischen Postings. Da ja die admin-Macht mit mir ist, wäre eine selbstzensiertes Regulieren fraglos möglich. Das könnte man natürlich machen – es ist dann aber kein Bloggen mehr.
Gut, es bleibt also alles so stehen, wie dereinst gepostet. Etwas anderes ist die Frage, welche Veröffentlichungen ich überhaupt heute – stehen gelassenen oder nicht – noch gelten lassen würde. Nun:
Fast all der Paselke-Geschichten. Die verlinke ich nicht neu, sie können nachgelesen werden.
Alle Essays von 1-4, wobei die relative Erfolglosigkeit von Essay 2 mir nicht ganz erklärbar ist.
Viele von den Gelegenheitsposts. Nicht alle natürlich aber doch einige. Fast wie zufällig seien diese Postings zum Wiederentdecken ausgewählt:

Essay

Essay 2

Essay 3

Essay 4

Die Opferfalle des Daniele Giglioni

Die Kunst ist tot 2

Die Kunst ist tot

84

Auf diese Diskussion bei dem ebenfalls verstummten Blog „shifting reality“ möchte ich schließlich noch besonders hinweisen. Sie fand, wie man bequem nachlesen kann, im März 2014 statt, über ein halbes Jahr vor dem ersten Dresdener Spaziergang. Und weist schon auf Dresden als Projektionsfläche und Zentrum der konservativen Gegenrevolte hin. Für mich waren die Diskussionen auf shifting reality immer wesentlich gewesen und diese ganz besonders.

In den letzten Monaten hat die im vorigen Absatz schon angedeutete Tagesaktualität so manches hier dominiert. Das ist den aufmerksamen Lesern sicherlich nicht entgangen. Mir schmeckte und schmeckt das auch nicht (womit ich stillschweigend eine Lesermißbilligung voraussetze), aber es war nicht zu umgehen. Der Anlässe für diese Tendenz – Terror, PEGIDA und AfD –  sind noch aktuell. Mögen sie im Orkus der Geschichte verschwinden, wo sie hingehören.

Ausgespartes Thema bisher: Die Gedichte. Womit wir beim heikelsten Bloggen überhaupt sind, dem Bloggen von Lyrik.

2

Das Anfertigen schlechter Gedichte mache mindestens genau so viel Freude wie das Lesen der Besten, soll sinngemäß Hermann Hese einmal gesagt haben. In diesem Sinn hat mir der Blog manch freudiges Ereignis gebracht – ich hoffe doch im gleichen Sinne auch einigen Lesern 😉
Beides hat dieselbe Ursache, das Wesen des Lyrikers selbst. Der ist nämlich ein Hyperaktiver, dem im Verlauf des Gedichts das Ritalin ausgegangen ist. Und der deswegen kontrollverlustig einfach mit seinen Gedichten in die Welt platzt. Wobei im Allgemeinen ein ritalinaufgesättigter Lektor zwischen Werk und Welt steht. Dieser unlektorierte Blog erlaubt es dem Leser also, einem Lyriker ohne Impulskontrolle beim Rausplatzen zuzuschauen. So sieht es mutmaßlich in jedem Notizbuch eines Lyrikers aus. Und es ist klarzustellen: Das eine kann man nicht ohne das andere haben. Wer gute Gedichte will, muß die Schlechten ertragen.

Es folgen nun die Gedichte aus diesem Blog, die zumindest mein Selbstlektorat überlebt haben. Die zumindest nach meinem Empfinden „gemacht“ und nicht nur „entstanden“ sind. Wieviele der Lektor noch rausschmeißen oder ob er mich gar zum Gattungswechsel nötigen würde – „Versuchen Sie es mal mit Gebrauchsanweisungen“ – bleibt offen.

3

Kanalratten im Gegenlicht

Das Normale

Wellen

Olymp

Valentinstag

Reben an der Waterkant

Aus

Die Kunst ist tot 3

Tod ist Scheiße

81

76

71

67

56

37

35

27

26

18

11

10

8

7

6

3

4

So das wars. Ob es den einen oder anderen Gelegneheitspost noch gibt, um Kontobewegungen zu simulieren, weiß ich noch nicht. Aber im Großen ist das Projekt summacumlaude abgeschlossen. Da mich einige fragten: Den Namen gab ich mir, weil zum Zeitpunkt meines Eintritts in die Blogosphäre gerade ein Bundesminister über eine Doktorarbeit gestolpert war. Und er sich diesen Stolperstein zuvor auch noch mit summa cum laude hat bewerten lassen. Von einer Hochschule, deren Hauptsponsor – hold on to your seat – sein Vater war. Summa cum laude; was der kann, kann ich schon lange. Tja, Korruption ist so dumm so saudumm, das geht auf keine Vorabendserie…

Ansonsten geht es mit verminderter Schlagzahl aber nicht mit weniger Herzblut hier weiter. Gehen Sie zu tell, lieber Leser, bleiben Sie mir und uns gewogen.

Zum Abschluß noch ein letztes mal die Preisfrage: Mit oder ohne Ritalin?

LiebesKlug

Das schöne Weib
hat Unterleib.
Die schöne Frau
ist schön und schlau.

Zuallerletzt: Abschiede habe ich nie gut hinbekommen, vielleicht klappts mit der Zauberflöte: Lebt wohl lebt wohl, auf wie-der-sehn! Und auch mein (Ritalin)Schloß vor dem Mund wird schon irgendwer öffnen…

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwiHsoLVyYbMAhUHORQKHR4XAyIQuAIIHjAA&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3Dbya9Xf_LIkQ&usg=AFQjCNEY69nnRxhBcueUxzP4bnjpCMIv8Q

 

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3 Gedanken zu „ENDE

      • Nachtrag: Okok Jakob, ich wackel ja schon längst was das „endgültige Ende“ angeht (Gibt es ein vorläufiges Ende?).
        Aber den vormaligen Umfang schaffe ich einfach nicht mehr. Lasse hier im Lauf der Restwoche von mir hören. Wahrscheinlich läuft es auf eine abgespeckten Version mit etwa einem Posting/Monat hinaus.

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