2017

wird es einen Angriff der Rassisten auf die Demokratie geben. Da ist klug vorzugehen und persönliche Befindlichkeiten sollten hinten anstehen. Vor allem die bei Linken so beliebten Diskurseigentore sind zu vermeiden.

Wer beispielsweise mit Gender-Suffixen oder dritter Klotür als „Agenda“-Thema kommt, wird von Petry und Höcke gnadenlos zusammengefaltet wie die PET-Flasche im Pfandautomat. „Ach, Hans und Paula aus Hoyerswerda öffnen am Ende des Monats die Tür nicht mehr, weil sie Angst vor Pfändung haben, aber ihr habt Geld für dritte Klotüren!?!“ Wieder 1 % mehr für die AfD, übertreibe ich jetzt mal…. Das nenne ich so ein Diskurseigentor und – ja, meinetwegen – das ist ein wenig auf das „Volk“ zugehen, wenn ich so etwas sage. Aber ich denke, es muss sein.

Außerdem: Rassismus unterläuft die Conditio humana, das Fehlen einer dritten Klotür nicht. Gegen mörderischen Rassismus gerechnet ist die dritte Klotür wirklich scheißegal.

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3 Gedanken zu „2017

  1. Nun ja: Die Standard-Antwort hätte – früher – von Momorulez gelautet, dass Du hier einen „rollback“ betreiben würdest qua Übernahme o. Vertreten von diese eine Minderheit herabwürdigender Propaganda der „cis“ oder hetereosexuellen Mehrheitsgesellschaft. Diese „Argumentation“, die natürlich auf ein argumentum ad hominem hinausläuft, will ich gar nicht weiterverfolgen; Hartmut kritisierte vor allem auch eine solche über alle Maßen abscheuliche „Gesinnungsschnüfflerrei“. — Wir bekommen es aber gleichwohl mit dem Akrasia-Problem zu tun. Jener Frage, die die Griechen sich noch sympathischerweise stellten, wie um alles in der Welt es möglich sein kann, dass jemand irrational handelt, obgleich ihm doch sonnenklar einleuchten müsste, dass er falsch handelt (er es besser weiß).

    Denn das argumentum ad hominem kann selbstredend nur ein einer Situation funktionieren, die durch ein Lagerdenken gekennzeichnet ist. Und sollte die Annahme einer solchen Situation falsch sein – dann wird ein solches Lagerdenken ohne Zweifel durch dieses „Argument“ erst hervorgebracht. Nehmen wir weiter an, dass dies also der Zweck ist, dass also solche Fronten/Lager hergestellt werden sollten, was, wie wir beobachten konnen/könnten, natürlich auch eintritt, Abscheu und Ekel auf der „anderen Seite“ bewirkend, so kommen wir zu dem Ergebnis, dass es sich, wie ich es mal nennen will, um ein „quichottesches, performatives self-defeatiing argument“ handelt. Bei aller Sympathie für alle aussichtslosen Don Quichotte-Kämpfer dieser Welt für eine gerechte Sache: Warum um alles in der Welt eine Argumentationsweise wählen, die im Zweifelsfall die Situation erst erwirkt, die rationalerweise zuerst es zu bekämpfen galt?

    Nebenbei: Dass hier natürlich antiaufklärerisch, weil vernunftwidrig, argumentiert wird, gewinnt dadurch eine gewisse Tragik, dass nun teilweise argumentiert wird, dass die Vorstellung von „Aufklärung“, die eine gewisse Verbesserung der Verhältnisse konstatiert, ohnehin nur ein weiteres Unterdrückungsintrument sei.

    Wie also ist eine solche Irrationalität möglich? Eine Möglichkeit wäre, dass die Irrationalität rationalisiert wird. Es wird so getan, als könne davon ausgegangen werden, dass eine Interessengemeinschaft zwischen der eigenen Minderheit und z.B. rassistisch Verfolgten existieren würde. In vielen Fällen trifft dies sicherlich zu; der Fehler besteht aber darin, dass ein gewisser Universalismus impliziert wird, so dass es möglich wird, ein solidarisches Sammelbecken aller möglichen Minderheiten imaginiert wird, nach dem Motto: viel hilft viel.

    Ob nun aber jenes oben genannte irrationale argumentum ad hominem als Konsequenz Selbsttäuschung und Selbstviktimisierung nach sich zieht oder Selbstviktimisierung Argumente ad hominem, sei einmal dahingestellt. Ich stelle mir hier einen sich selbst verstärkenden Kreislauf vor, wie wir ihn heute mit dem Wort „Filterblasen“ belegen.

    Nehmen wir nun an, es kommt 2017 tatsächlich zunehmend zu Rassismus in Deutschland:

    Was spricht eigentlich dagegen, dass nun der Abstand zw. einem sich selbst verstärkenden Prozess von Selbsttäuschung, Rationaliserung, imaginiertem Universalismus und einem notwendigen und echten Universalismus immer augenfälliger wird? Der Abstand zw. realistischen Solidaritäts- und Interessengemeinschaften und Lagerdenken als Folge von Irrationalität?

    Hier würde es sich als Vorteil zeigen, dass es in Deutschland keine „linksintellektuelle Elite“ gibt (wo ist sie nur geblieben?). Es besteht also gar nicht die Möglichkeit, dass eine solche sich abschottet, wie in England und d. USA, und ihre Gender-Debatten voller Selbstzufriedenheit fröhlich weiter betreibt. Die Wahlergebnisse in d. USA und der Brexit sind übrigens Folge der Schwächung einer solchen. In England durch die Vernachlässigung der Hochschulen; es haben 52 % der Trump-Wähler einen College absolviert, 45 mit Abschluss.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/

    Ich wäre zunächst dafür, dass in Deutschland zuerst mal eine linkintellektuelle Elite entsteht – und bin, wie Obama, Aufklärungsoptimist.

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    • Zunächst: Solche Blogger wie Momorulez bestätigen meine Diagnose. Gerade dann wenn sie wild um sich schlagend sie widerlegen wollen. Ich empfehle 5 Minuten Meditation, statt der ärgerlich-redundanten Vorwürflichkeit gegen Abweichungen in Nuancen. Aber der ist ehe nicht in meinen Kreisen…

      Mir ging es in diesem kurzen Post v.a. darum, die Wahl 2017 im Blick zu behalten. Und nun nach dem Desaster in den USA (und es IST ein Desaster) klar zu stellen, dass man durchaus auch ein mal politische Klugheit eine Tugend nennen darf (habe gerade wieder einmal Menon gelesen).
      Wenn dem so ist, dann sollte man das Wahljahr zentral auf das soziale Thema abstellen. Und immer wieder betonen: Wer AfD wählt, wählt Hartz 5!
      Wer hingegen glaubt, mit veggiedays u.ä. punkten zu können, wird sein blaues Wunder erleben.

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