Die Einrahmung

”…with a smile on the face of the tiger“

Wer den Tiger des Populismus reitet, kann bei diesem Ritt zunächst viel Spaßgewinn verbuchen. Das ist doch sicherlich aufregender als Bungeejumping. Er sollte aber wissen, dass dieser Spaß irgendwann ein Ende hat. Nämlich dann, wenn der Tiger Hunger bekommt. Und Tiger sind – auch wenn die Grünen es wahrscheinlich nicht wahr haben wollen – keine Vegetarier. Die wollen Fleisch. Die wollen ran, die wollen ihre Gegner verspeisen, so wie es ihnen jahrelang montags und auch an anderen Tagen versprochen wurde. Wer den Tiger reiten will, dann aber nicht mitessen möchte, landet schneller als er twittern kann im Tigermagen.

Es gibt für diesen Mechanismus in der deutschen Geschichte gewissermaßen einen Präzedenzfall: Es war einst ein konservativer Herrenreiter, der wollte Regierung sein. Dieser Herrenreiter war selbst unpopulär und nahm statt dessen einen begnadeten Populisten „mit ins Boot“, ritt also nicht mehr Rassepferde sondern den Tiger. „Wir haben ihn uns engagiert!” und „In zwei Monaten haben wir ihn in die Ecke gedrückt, dass er quietscht!“ soll der Herrenreiter gesagt haben. Sein Name sei verraten: Franz von Papen. Den Namen des Populisten und die Beantwortung der Frage, wer von den Beiden das Rennen machte – der Rassepferdreiter oder der Tiger – , schenke ich mir…

Der aktuelle Populist – der Herr Höcke – keineswegs Pöbel sondern Exponat dessen, was Thomas Mann die „trunkene Bildung“ genannt hat, dieser Herr Höcke will vor allem auch eines: Die vermaledeiten zwölf Jahre loswerden. Das ist alles hier schon verhandelt worden, vor fast drei Jahren (link hier) und ich stelle mit Blick auf die heutigen Verhältnisse fest, dass ich doch wenig zurück zu nehmen habe. Die Ressentiments, die der Nazi Höcke bedient, waren damals schon da und klar erkennbar. Nun will er, der konservative Revoluzzer, „ran an die Krippe, ran an die Macht und sonst gar nichts“ (Tucholsky). Und die „gemäßigten“ AfDler (gibt es die?) wollen auf den populistischen Sog nicht verzichten, fühlen sich sicher genug im Populistensattel. Ach, ich weiß schon jetzt, wer wen im Zweifelsfall abwerfen wird.

Zuletzt sei nur Paul Newman aus dem „Clou“ zitiert, um den politischen Verlauf der nächsten Jahre anzudeuten: „Die Kiste wird hart!“

 

 

 

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